Kämpfer, Sieger und Supporter beim Rad am Ring

Kämpfer, Sieger und Supporter beim Rad am Ring

Rad am Ring ist ein Rennen das mir definitiv liegt. Nachdem ich letztes Jahr wegen Krämpfen die Spitzengruppe ziehen lassen musste, sollte dieses Jahr alles besser werden - schließlich war ich dank der Teilnahme an der Tourtransalp und dem Alex-Moos-Rennen inzwischen gut eingefahren. Beste Voraussetzungen also .... 

Wie m letzten Jahr hatte ich mich aus dieses Jahr wieder über die 75km Strecke (3 Runden) gemeldet. Die 150km-Strecke ist einfach zu lang, wenn es keine Teamversorgung gibt und so bin ich in den Jahren zuvor immer in der letzten Runde verdurstet. Aber dieses Problem gibt es zum Glück bei der 75km-Distanz nicht. Einfach 2 Flaschen ans Rad und eine ins Trikot. Das reicht, auch wenn es heiß ist.

Das Rennen startet üblicherweise nach der Laufveranstaltung um 13:00 Uhr. Also hole ich Florian Walden vom Team Sonosan-Multipower um 9:30 Uhr zuhause ab und wir machen uns auf den Weg zum Nürburgring. Florian noch letztes Jahr knapp hinter mir, will dieses Jahr möglichst aufs Treppchen fahren. Ich mache ihm aber gleich klar, dass ich ihn nicht mit nach Hause nehme, falls er vor mir platziert ist. Prima, den ersten Konkurrenten habe ich damit im Griff. Dachte ich.

Das Rennen der 75km-Distanz startete pünktlich 2 Minuten nach dem Start der 150km-Distanz. Letztes Jahr hatte es Günter Höllige als einziger geschafft, in die Spitzengruppe der 150er zu fahren. Also hieß es, immer hübsch aufpassen, ob jemand an den Steigungen wegspringen will. In der ersten Runde wurde ein flottes Tempo gefahren und tatsächlich hatten wir kurz vor Ende der ersten Runde bereits die 150er-Spitzengruppe im Visier. Mal sehen, ob es möglich ist, in der zweiten Runde an der Hohen Acht aufzuschließen. Also löste ich Holger Koopmann, der anfangs die Tempoarbeit übernommen hatte, ab und konnte mich tatsächlich von unserer Gruppe an der Hohen Acht absetzen - die 150er erreichte jedoch nicht, hatte sie aber unmittelbar vor mir. Ich überlegte kurz, ob ich auf Mitstreiter warten sollte, entschloss mich dann aber doch alles zu geben, um aufzuschließen - was mir nach kurzer Zeit auch gelang, 12 weiteren Fahrern aber auch, da die 150er einfach nicht schneller fahren wollten. Die ganz Anstrengung also umsonst.

Mit dieser großen Gruppe fuhren wir auch in unserer letzten Runde über die Hohe Acht und es war klar, dass die Entscheidung entweder am Schlussanstieg oder im Sprint erfolgen würde. Und so kam es, dass Florian Walden unmittelbar am Schlussanstieg angriff und unsere Gruppe sprengte. Allerdings nahm er auf halber Strecke das Tempo in der Hoffnung raus, ich würde nun übernehmen. Aber mir war überhaupt nicht danach und so verflachte das Tempo wieder und die Gruppe fand wieder zusammen. Der nächste Angreifer war Holger Koopmann, der mir dankenswerterweise kurz vor der Zielgeraden, die Führung überließ. Theoretisch ein Nachteil für mich. Allerdings dann nicht, wenn der Sprint früh eröffnet wird. Und so kam es dann auch. Jonny Coonen eröffnete 300m vor dem Ziel den Sprint. Nach 100m konnte ich mich bei ihm seitlich in ein bisschen Windschatten festbeißen und spürte, dass ich noch Reserven hatte. Da ich nicht wusste, wieviele noch dabei waren und wer vielleicht noch angreifen würde, beschloss ich bis kurz vor dem Ziel zu warten und dann an ihm vorbeizuziehen. Und so konnte ich mir doch tatsächlich den Sieg über die 75km-Distanz im Sprint sichern!

Später traf ich auch noch Frank, der wohl an der Hohen Acht unsere Fahrer der langen Distanz versorgt hat. Er ist mir dort gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hat er sich immer versteckt, wenn ich dort aufgetaucht bin, damit er mir keine Flasche reichen muss....

Ingo